Waschen

Färben und Bleichen

Das Leinen und die Wolle der Heidschnucken hatten wie Nesselfasern aus Brennnesseln ihre Naturfarbe. Die Arbeitskleidung wurde deshalb mit verschiedenen Färberpflanzen und Eichenlaub eingefärbt. Um weiße Wäsche wirklich weiß zu erhalten, musste das Leinen gebleicht werden. Gebleicht wurde ab Frühling bei sonnigem Wetter. Nach dem Trocknen wurde es auf den Allerwiesen, der Bleiche, ausgebreitet und immer wieder mit Wasser besprüht. Die Sonne bleicht dann das Leinen weiß.

Große Wäsche
Auf vielen Bauernhöfen in der Heide wurde bis ins 20. Jahrhundert einmal im Monat Große Wäsche gewaschen. Selbst das ging nur, wenn die Aussteuer der Bäuerin umfangreich genug war. Waschtage erforderten die Arbeitskraft mehrerer Frauen. Sie mussten von der alltäglichen Arbeit freigestellt werden. Das ging nicht in der Erntezeit oder an Schlachttagen.

Waschmittel
Heißes Wasser mit Pottasche als Waschmittel war ein enormer Fortschritt. Die Holzasche machte das Wasser weich. Für die Lauge wurde ein Holzfass benutzt, der „Büketäber“. Die Wäsche wurde grob vorgereinigt und in das Fass gelegt. Das große „Bükelaken“ wurde darüber gebreitet, mit Buchenholzasche gefüllt und zusammengefaltet. Nun wurde heißes Wasser darüber gegossen. Darin weichte die Wäsche über Nacht ein.

Mangeln und Plätten
Das Glätten des festen Leinentuches war eine mühsame Arbeit. Aber es gab Hilfsmittel: Steinpressen für die glatten großen Stoffteile. So bekam der Stoff seidigen Glanz. Die übrige Wäsche wickelte man um ein Mangelholz und rollte dies auf dem sehr glatten Mangelbrett bis es weitgehend faltenfrei war.